Feuerwehrchronik bis 1983

Die Feuerwehr ist eine Einrichtung, die über alle Grenzen und Ideologien hinweg nur ein Ziel kennt; Hilfe zu bringen. Tag und Nacht stehen die Männer der Freiwilligen- und Berufswehren im unermüdlichen Einsatz und sorgen dafür, daß Erde, Wasser und Luft, Elemente, ohne die der Mensch nicht leben kann, nicht verseucht werden.
Die Männer der Feuerwehr, die sich ständig den wandelnden Techniken anpassen müssen, verfügen heute über einen Wissensstand, welcher aus dem Lernprozess vieler Generationen gewachsen ist. Es wird eine Brücke sichtbar, die weit zurückreicht. Es ist hier der rechte Ort, einige wichtige Fakten dieses langen Weges aufzuzeigen.

Aus den Anfängen des Brandschutzes

Der Mensch besaß vor 100 000ten von Jahren mit dem Feuer seine erste Machtquelle. Er benutzte es zum Kochen, Trocknen, Holzhärten, um Steine zu erhitzen und zu spalten.
Als der Jäger und Sammler vor ca. 7 000 Jahren sich der bodengebundenen Wirtschaftsweise zuwandte, wurden dauerhafte Siedlungen notwendig. Baumaterial war Holz, Reisig und Stroh. Damit wurde das Feuer auch zum Feind des Menschen. Die Steinzeitmenschen hatten Mühe, ihr Feuer unter Kontrolle zu halten. Oft genug gingen die Siedlungen in Flammen auf. Auch die nachfolgenden Kulturen hatten mit dem Feuer ihre liebe Not. Ulpianus. ein römischer Jurist, berichtet 228 n. Chr. von einer kasernierten Löschmannschaft in Rom.
In der Heil- und Nutzkräuterliste des "Capitulare de villis" Karls des Großen vom Jahre 812 wird befohlen,
den Donnerbart (Hauswurz) aufs Haus zu setzen. In der Tat konnte bei den meist vollkommen mit den fleischigen, saftigen Blattgewächsen überwachsenen Dächern der Blitz nicht zünden.
Im Mittelalter hatte der Nachtwächter nicht nur die vollen Stunden anzusagen, sondern auch auf das Feuer zu achten. Jedermann kannte den Ruf "Feuer sollen bedecket sein"; Brot durfte nicht mehr gebacken, Hanf nicht mehr geröstet werden. Die Geschworenen hatten die Aufsichtspflicht über die Durchführung der Dorfordnung. Sie machten meist vierteljährlich einen Rundgang durch das Dorf, um die Maßnahmen zum Feuerschutz zu kontrollieren: das Wasser vor den Türen, den guten baulichen Zustand der Feuerstätten und des Daches, die Einsatzfähigkeit der Feuerleitern, Feuerhaken und Feuereimer.

Item, Die verordnedten Feuer-Schauer, sollen durch die Schultheißen und Bürgermeister ernstlich angehallten werden, daß sie Monatlich alle feüer, Schlött, Backhöffen und ergleichen im Dorff mit fleiß besichtigen.

Nach der allgemeinen Feuerordnung des Bischofs Melchior von Zobel aus dem Jahre 1571 waren Holzschlote verboten. Brennbares Material durfte innerhalb des Dorfes nicht gelagert werden. Niemand hatte mit "brennenden scheblichtern"(Stroh-Schaublichtern) durchs Dorf zu gehen. Mußte man beim Nachbarn Feuer holen, so "soll er das in einem haften mit zugedechten Sturtzen" tun.
Die Gemeindeordnung von Hergolshausen aus dem Jahre 1683 gibt uns über den damaligen technischen Stand unserer Feuerwehren eine interessante Auskunft.
Es heißt da:

So viel Nachbarn so viel lederne Feuereimer sollen vorhanden und unter im Rath- oder Gemeindthaus unverschlossen ahn einer oder mehr Stangen also aufgehangen sein, daß sie in der Noth ohne Leitheranrichtung abgeworfen werden können.Feuereimer von 1828
Dann
zwey gute Feuerleithern oben mit kleinen Rädlein und unten mit kleinen Stächelein, auch Heeb- oder Schiebstekken in der Mitte.
Und
zwey tauchliche Feuerhacken, so mit einnander ahm Rathaus oder Gemeindthaus gleichfalls unverschlossen verwahrt werden sollen.
Lange Zeit blieb der Ledereimer das wichtigste Gerät der Feuerbekämpfung. Der Besitz eines Eimers war für jeden Haushaltungsvorstand zwingende Notwendigkeit. Wer Hochzeit zu halten gedachte, hatte dem Pfarrer den Besitz eines Feuereimers nachzuweisen. Der Dieb eines Eimers wurde hart bestraft.
Nachdem die technische Entwicklung auf dem Sektor Brandschutz sehr schleppend vorankam, waren auch weiterhin eine der Hauptursachen des häufig auftretenden wirtschaftlichen Ruins unter der Bevölkerung die vielen Haus und Hof zerstörenden Brände.
Fürstbischof Karl Philipp von Greifenklau setzte 1750 eine "allgemeine Kehrordnung" in Kraft. Dessen Nachfolger Adam Friedrich von Seinsheim regte nachdrücklich die Errichtung eine "Feuer-Assekuranz" einer Brandentschädigungs-Gesellschaft an. Diese Gesellschaft wirkte wohltätig fort, bis sie 1818 mit der allgemeinen Brandversicherung für das Königreich Bayern vereinigt wurde. Noch immer hing der Ledereimer griffbereit in jedem Hausflur. Der Sammlung der Gesamt-Gemeinde-Beschlüße vom Orte Hambach Königl. Landgericht Schweinfurt entnehmen wir:Gemeindebeschluss von 1838

Hambach, den 11. Febr. 1838 Gegenwärtig

Die
versammelte Gemeinde dahier
Da die aufbewahrungen der Feuereimer auf dem Gd.-Hause nicht gehörig beizubringen sind, zum anderen auch im Notfalle nicht so schnell können abgeholt werden, so wurde vom Gemeindevorstande der Antrag gestellt und einstimmig beschlossen.
1. Erhält jeder Ortsnachbar seinen angeschafften Feuereimer wieder in die Hand, derselbe hat den besagten Feuereimer an einem schicklichen Orte in den Häusern aufzuhänken, darf aber denselben zu keinem Privatgebrauche verwenden. Derjenige, der gegen diese Anordnung handelt, verfällt in einer Strafe von 15 bis 30 Kreuzer.
2. Jedes neu zugehende Gemeinde-Glied ist nach Gesetz und Herkommen schuldig, einen neuen Feuereimer anzuschaffen und denselben Eimer 4 Wochen nach geschehener Annahme der Lokal-Polizei vorzuzeichen.
3. Jeder Ortsnachbar der sein Nachbarrecht an seinen Erben, oder auf eine andere Weise abtritt, hat dem in Handhabenden Feuereimer an der Gemeinde abzugeben, und sind diese überzählige auf dem Gemeinde-Hause aufzubewahren.
4. Sollte jedoch die erforderliche Anzahl der Überzähligen vorhanden sein, so ist dann jedes neu zugehende Gemeinde-Glied die Erlegung des Werths eines neuen Feuereimers an der Gemeinde schuldig; und soll dieses Geld zu Anschaffung andere Löschrequisitten verwendet werden.

Die Hambacher Feuerlösch-Ordnung von 1860

Ein interessantes Dokument: "Die Feuerlösch-Ordnung der Gemeinde Hambach" aus dem Jahre 1860 soll wegen des hohen zeitgeschichtlichen Wertes für das Feuerlöschwesen ungekürzt abgedruckt werden.

Feuerordnung !
I.
Aufsicht zur Verhütung einer Feuersgefahr.

1. Jeder Ortseinwohner ist verpflichtet, zur Verhütung einer Feuersgefahr alles Mögliche aufzubieten und werden die hier einschlägigen Verordnungen jährlich einmal öffentlich verkündet, sowie jede Contraventive sogleich zur Anzeige gebracht.
2. Es ist Pflicht eines jeden Einwohners jede Feuersgefahr sogleich gehörigen Orts zur Anzeige zu bringen.
3. Die Gemeindeverwaltungsmitglieder haben außer der jährlich vorzunehmenden Feuerschau über etwaige feuergefährliche Gebäude stete Controlle zu halten, insbesondere
4. gehört es zum Dienste des Polizeidieners, der Tag- und Nachtwächter, sowohl jedes Vergehen gegen die feuerpolizeilichen Vorschriften zur Anzeige zu bringen, als auch den Ausbruch eines Brandes unverzüglich anzuzeigen.

II.
Feuer Allarm.

Ensteht ein Brand im Orte, so hat der Entdecker desselben sogleich Hilfe herbei zu rufen, insbesondere ist
sogleich mit drei Glocken Sturm zu läuten. Der Gemeindevorsteher hat sogleich einen Boten an das k. Landgericht und zur Gendarmerie abzusenden und auch an die umliegenden Ortschaften Feuerboten abzuschicken. Bei einem Brande in einer Nachbargemeinde bis zu 1 Stunde Entfernung wird blos mit einer Glocke Sturm geläutet.

III.
Hilfeleistung bei einem ausgebrochenen Brande.
A - Bei einem Brande im hiesigen Orte.

1. Jede Familie ist verpflichtet, stets ein mit Wasser gefülltes Gefäße im Hause zu haben, um ohne Zögerung sogleich Hilfe leisten zu können.
2. Bei einem Brande hat jeder Erwachsene am Platze zu erscheinen und den ihm nach der Feuerlösch-Ordnung übertragenen Dienst eifrig zu versehen und sich hiebei ohne Weigerung den Anordnungen der aufgestellten Rottenführer, des Vorstehers oder der k. Landg. Comission zu unterwerfen.
3. Bei einem zur Nachtzeit ausgebrochenen Brande hat jeder Hausbesitzer gegen die Straße eine Laterne mit brennendem Lichte auszuhängen.
4. Die zu den Löschrequisiten bestimmte Mannschaft und die Wächter haben sich sogleich an Ort und Stelle zu begeben.
5. Die ausgeräumten und geretteten Mobilien sind in die zunächst gelegenen Gärten und Felder auf einen oder zwei Plätze zu bringen um sogleich bewacht werden zu können.

B - Bei einem Brande in anderen Ortschaften.

Entsteht ein Brand in der Umgebung einer Stunde so wird - wie oben gesagt - mit einer Glocke Sturm geläutet und es ist Pflicht eines jeden Familienhauptes, eine arbeitsfähige Person an die Brandstelle mit einen Feuereimer abzuschicken.
Ist die Brandstelle jedoch über eine Stunde entfernt, so haben die 4 jüngsten Ortsnachbarn, welche zu diesem Zwecke ihren Feuereimer zu Hause behalten, unverzüglich dahin abzugehen, bis zur Löschung des Brandes dortselbst zu verweilen und sich hierüber durch ein Zeugniß bei der Zurückkunft auszuweisen.

IV.
Dienstesverrichtungen bei einem Brande.

Bis zur Ankunft einer k. Landg. Comission hat der Vorsteher und in dessen Abwesenheit der Gemeindepfleger unter Weisung des Gemeindeschreibers alle sachdienlichen Anordnungen zu leisten. Insbesondere hat solcher dafür zu sorgen, daß:
a) die Allarmzeichen gegeben werden;
b) daß die Boten sogleich zum k. Landgerichte, zur Gendarmerie und an die Nachbargemeinden abgehen;
c) daß die Löschrequisiten zur Verfügung gestellt werden und daß überhaupt jedes Gemeindeglied seine Dienst wirklich versehn.

Organisation der Feuerwehr.

2 Mann für Feuerallarm
6 Mann Feuerboten
7 Mann zu den Feuerhacken
7 Mann zu den Feuerleitern
3 Mann zum Anzünden der Pechfackeln
5 Mann als Wächter der geretteten Gegenstände
3 Mann als verstärkte Ortswehr

Alle nicht bezeichneten Ortsnachbarn haben die Beischaffung des Wassers zu besorgen und auf jede sachdienliche Weise thätig zu sein.

Vorstehende Feuerordnung wurde heute der versammelten Gemeinde vorgelesen, sowie den Betreffenden der ihnen übertragene Dienst näher erläutert wurde. Eine Revision wird jährlich am 1. Oktober stattfinden und sobald die projektierte Löschmaschine angeschafft ist, werden die nöthigen Zusätze gemacht.

Hambach, am 8. Okt. 1860
Die Gemeindeverwaltung
Burger/Vorsteher
Nikolaus Kaiser/Pfleger
Michel Haupt
Georg Schraut
Valtin Ganshöfer

Die Gründungszeit der "Freiwilligen Feuerwehr"

In der Mitte des vergangenen Jahrhunderts kam Bewegung in Form und Organisation des Löschwesens. 1851 wurde die erste deutsche Berufsfeuerwehr gegründet. 1868 wurde der Bayerische Feuerwehrverband ins Leben gerufen.
Die Veränderung der politischen Landschaft im deutschen Sprachraum nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 bewirkte eine weitere positive Entwicklung des Feuerwehrwesens.

Im Jahre 1871 war die Hambacher Ortswehr wie folgt organisiert:
Als 1. Spritzenmeister füngierte Georg Stumpf, als 2. Joseph Ort. Die 1te Rotte unter Rottmeister Ambrosius Röder umfasste 17 Mann, die 2te Rotte unter Kaspar Glöckner hatte 18 Mann, die 3te Rotte unter Georg Schraut hatte 14 Mann.
Unter dem 8. Juni 1871 ist im Amts- und Anzeige-Blatt der Stadt und des K.-Bezirksamtes Schweinfurt ein bemerkenswerter und folgenreicher Aufruf zu finden, den wir hier ungekürzt abdrucken:

An die Herren Bürgermeister des Amtsbezirkes Schweinfurt
Die Ausbreitung des feuerwehrmäßigen Löschwesens betr.
Bekanntlich haben im Amtsbezirke sich freiwillige Feuerwehren in den Gemeinden Oberndorf, Bergrheinfeld, Gochsheim, Schonungen, Obbach, Ettleben, Zeuzleben und Geldersheim gebildet und bereits mehrfach Gelegenheit zu ganz ersprieslichen Leistungen gefunden. Die Bildung weiterer freiwilliger Feuerwehren steht noch in
einigen Gemeinden in Aussicht, es erscheint jedoch für alle Fälle zweckmäßig, daß sich die in jeder Gemeinde vorhandenen Feuerrotten, denen Feuerlöschmaschinen zur Bedienung zugewiesen sind, feuerwehrmäßig einüben, daher auch die wenigen Signale und Feuerwehrgebräuche einführen und anwenden, die auf Brandstätten eine gemeinsame Thätigkeit mit den freiwilligen Feuerwehren und gegenseitige Unterstützung ermöglichen. Die Zweckmäßigkeit dieser Einrichtung wird wohl allgemein einleuchten, und es bedarf nach der Zusicherung des Schweinfurter Feuerwehrverbandes nur der zustimmenden Erklärung der Gemeindeverwaltungen und der Bereitstellung der geringen hiezu erforderlichen Mittel, so ist der Gauverband gerne bereit, jeder Gemeinde mit Rath und That für diese Einrichtung an die Hand zu gehen.
Indem dieses anerkennenswerthe Anerbieten des Gauverbandes bekannt gegeben wird, ergeht an die Herren Bürgermeister der sämmtlichen betheiligten Gemeinden hiermit der Auftrag, dieselben davon zu verständigen und die erforderliche Erklärung binnen 8 Tagen anher vorzulegen, damit zum Vollzuge das Weitere eingeleitet werden kann.
Schweinfurt, den 2. Juni 1871 Königl. Bezirksamt Dr. Döderlein Brändlein

Dieser Aufruf hatte zur Folge daß im Jahr 1873 viele Feuerwehrgründungen im damaligen "Bezirksamte" Schweinfurt zu verzeichnen waren, so auch in Hambach. Diese ging aber nicht problemlos vonstatten. Lassen wir hier im Originalwortlaut die Aufzeichnungen im "Sitzungsprotokollenbuch der Gemeindeverwaltung Hambach" sprechen.

Geschehen
Hambach, 16. Febr. 1873

Präes.
die Gemeindeverwaltung
Am 16. Februar 1873 wurde das k. bez. Anschreiben vom 31. Januar 1873 über die Errichtung einer freiwilligen Feuerwehr bekanntgegeben und beschlossen und individuell behauptet, daß die Gemeindekasse zur Bildung einer freiwilligen Feuerwehr nichts thun und leisten könne, da zu Bestreitung der regelmäßigen Gemeindeausgaben schon jetzt l .000 - 1.200 fl. (=Gulden) Umlagen erhoben werden müssen. Es ist noch anzuführen, daß die Gemeindeverwaltung auf die Wohlthat der Unterstützung bei Verunglückungen der freiwilligen Feuerwehr aufmerksam gemacht; und überhaupt wurde eindringlich die Gemeindeverwaltung im Sinne der k. bez. Weisung belehrt; - vergebens -
Fischer, Bürgermeister
Gößmann, Gemeindeschreiber

Geschehen
Hambach, 10. April 1873

Präes.
die Gemeindeverwaltung
Bei heutiger außerordentlicher Sitzung kam die Errichtung der freiwilligen Feuerwehr zur Verhandlung, nämlich die Bewilligung der Kosten aus der Gemeindekasse. Da die vorgesehenen Mittel hiezu nicht ausreichen, so macht der Bürgermeister den Vorschlag 150 fl. aus der Sparkasse aufzunehmen und in 5 Jahren nach einem zu fertigenden Tilgungsplan wieder abzutragen. Dafür stimmten Bürgermeister Fischer und Kaspar Kaiser.
Die sämtlichen Unterzeichnenden stimmten dagegen : Nikolaus Treutlein, Johann Georg Werner, Kaspar Glöckner, Martin Reuß, Valtin Ort, Michael Reichert.
Obige Verhandlung soll dem kgl. Bezirksamt zur weiteren Verhandlung vorgelegt werden.
Fischer, Bürgermeister
Gößmann, Gemeindeschreiber

Geschehen
Hambach, 25. April 1873

Präes.
die Gemeindeverwaltung
Die Gemeindeverwaltung wurde heute auf Anordnung des k. Bezirksamtes zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengerufen um über die Deckung der Kosten zur Errichtung einer freiwilligen Feuerwehr zu beschließen. Die Feuerwehr bedarf 350 fl. Die Mittel können aufgebracht werden wie folgt:
1. Aus den Mehreinnahmen der Lohrinde und dem Holzerlös mit 105fl.
2. Aus der Wenigerausgabe für die dom. Zieglerschen Kinder mit 82 fl.
3. Dem Kassenbestand vorigen Rechnungsjahres mit 13 fl. 4. Aus dem Erlös von 5 Klafter Scheitholz zu 60 fl. in Sa. 260 fl.
Die Mitglieder der Gemeindeverwaltung aufgefordert mit ja oder nein zu stimmen, daß die Mittel aus der Gemeindekasse zur Errichtung einer freiwilligen Feuerwehr herzugeben seien, stimmten alle mit ja und unterzeichneten als Zustimmung mit dem Bemerken, daß der Rest im Jahre 1874 hergegeben und bewilligt werden soll.

Fischer, Bürgermeister
Nikolaus Treutlein, Johann Georg Werner,
Kaspar Glöckner, Kaspar Kaiser,
Martin Reuß, Valtin Ort,
Michael Reichert
Gößmann, Gemeindeschreiber

Geschehen
Hambach, 17. Juli 1873

Präes.
die Gemeindeverwaltung
Bei der am heutigen abgehaltenen Sitzung der Gemeindeverwaltung kamen folgende Gegenstände zur Berathung und Beschlußfassung:
1. Bezüglich der Anschaffung der Requisiten zur freiwilligen Feuerwehr nach ß 1 der Löschordnung wird beschlossen, daß die Anschaffung der in Lit. o. und der Ziffer 6 der ß 1 erwähnten Löschordnung aus der nach Protokoll vom 25. April d. J. bestimmten Summe 260 fl. anzuschaffen seien und wenn diese Mittel erschöpft, das Mehrbedürfnis pro 1874 aus der Gemeindekasse gedeckt werden sollen. Zum Ankaufe der Requisiten wurden bestimmt: Kaspar Kaiser, Martin Reufl.
2. Die Mitglieder der Gemeindeverwaltung werden aufgefordert, sich zu erklären, ob sie gewillt sind, die eingeschlagenen Fenster des Spritzemeisters der freiwilligen Feuerwehr Ambras Röder aus Gemeindemitteln zu bezahlen oder nicht, wird wie folgt abgestimmt. Dafür stimmen: Bürgermeister Fischer, Kassier Kaiser. Dagegen stimmen: Nikolaus Treutlein, Beigeordneter Kaspar Glöckner, Johann Georg Werner, Valtin Ort, Martin Reufl. (Gemeindebevollmächtigte).

Die technische Ausrüstung der Hambacher Feuerwehr stellte sich im Gründungsjahr 1873 wie folgt dar:

I. Saug- u. Druckspritze, 42 Meter Schläuche, 1 Schubleiter, 3 Dachleitern, 2 Hackenleitern, 3 Feuerhacken, 42 Helme, 22 Blusen, 9 Beile, 9 Steigergurte, 35 Spritzengurte, 9 Carabiner-Hacken, 9 Nothacken, 9 Leinen,
II. Huppen, 1 Pfeife, 1 Signalhorn, 3 Laternen, 2 Sprit-
zenlaternen, 3 Dachleiterhacken, l Verbandstasche mit Zubehör, 4 Schlüssel z. Spritzenhaus.

2. August 1874Feuerwehrhauptmann von 1877 Kaspar Schulz
Es soll der Wirth Georg Glöckner für die Fahrt nach Hirschfeld beim Brande die Feuerspritze dahin zu fahren, 7 fl. erhalten, ebensoviel soll Nikl. Kaiser erhalten, welcher die Feuerwehr dahin fuhr. Joh. Gg. Werner, welcher die Feuerwehr zur Inspizierung nach Oberndorf bei Anwesenheit des H. Jung von München zu fahren hat 2 fl. 30 kr. erhalten soll.

7. Oktober 1877
Dem Feuerwehrhauptmann Kaspar Schulz werden für sein Präesend (Anwesenheit) bei der zweimaligen Feuerschau 2 Mark bewilligt.


5. November 1882
Die Kosten, welche durch die freiwillige Feuerwehr bei dem Brande in Oberwerrn in Poppenhausen veranlaßt wurden, sollen im Betrag von 2,30 Mark aus der Gemeindekasse bezahlt werden.

28. September 1883
Auf gestellten Antrag des Commandanten der freiwilligen Feuerwehr ein Betrag von 20 Mark zu ihrem 10 jährigen Stiftungsfeste am Sonntag, den 30. Sept. d. J. aus der hiesigen Gemeindekasse zur Deckung ihrer Ausgaben zu erhalten, beschließt die Gemeindeverwaltung, es sollen an die freiwillige Feuerwehr die beantragten 20 Mark ausbezahlt werden.

4. Mai 1884
Die Sanitäter bei den Feuerwehren sind auf den 4. d. M. zum kgl. Bezirksamte vorgeladen und sollen dem hiesigen Sanitäter Bernhard Schulz 2 Mark für Auslagen aus der Gemeindekasse bezahlt werden.

2. Juli 1899
Der Bezirksvertreter der Feuerwehr soll ersucht werden, die Feuerwehr Hambach von der Mitwirkung bei der Massenübung in Üchtelhausen zu dispensieren.

10. März 1901
An dem Tage des Geburtsfestes Sr. Kgl. Hoheit des Prinzregenten wird zur festlichen Begehung der Feier jedem Feuerwehrmitgliede l Biermarke und jedem Schüler 1 Brezel genehmigt aus Mitteln der Gemeindekasse.

Soweit die Original-Zitate aus den Gemeinderats-Sitzungsprotokollbüchern.

Anfang dieses Jahrhunderts vollzog sich ein entscheidender Wandlungsprozess in der Organisation und Ausrüstung der Wehren. Die finanzielle Ausstattung der Gemeinden war aber so unzureichend, daß viele Forderungen der Feuerwehren zur Verbesserung des Brandschutzes zunächst unerfüllt blieben.
Die Gemeinde Hambach konnte 1901 den Wunsch nach einer zweiten kleinen Spritze mit "Rücksicht auf die schlimme finanzielle Lage" nicht erfüllen. 1907 wurde der Maxbauer'sche Apparat für die Feuerlöschmaschine ebenfalls nicht angeschafft. Nachdem die Gemeinde um l260 Mark Feuerwehrschläuche gekauft hatte, die Einnahmen sich aber nur auf 560 Mark stellten, wurde ein Gesuch an den Bezirksrat um Erstattung der fehlenden 700 Mark gemacht. Ob das Geld auch wirklich einging, läßt sich nicht mehr feststellen.
Dem Protokollbuch der FFW ist zu entnehmen, daß jede Generalversammlung mit einem Hoch auf seine Kgl. Hoheit, dem Prinz-Regenten eröffnet wurde. Anschließend wurde der l. Hauptmann und der 2. Hauptmann gewählt. Dann folgten die Chargirten, der Spritzen-Obmann, der Steiger-Obmann und schließlich der Requisitenmeister.
Wurde die Feuerwehr durch den Bezirksvertreter inspiziert, so ging das in aller Regel so vor sich: Inspizierung der Spritzenhalle, Schauübung, wobei ein Brand an einem Hause markiert wurde. Abschließend wurde mit Wasser gearbeitet. Bei diesen Feuerwehrinspektionen erhielt jeder Feuerwehrmann eine Erfrischungsmarke, welche vom Gemeindekassier eingelöst wurde.
Eine erste überregionale Ehrung erfuhr die Hambacher Wehr am 15.06.1911, als den Feuerwehrmännern Brandenstein Lorenz, Glöckner Lorenz und Niklaus Ferdinand für besondere Verdienste das Königliche Ehrenzeichen verliehen wurde.

Am 28. September 1913 fand das 40jährige Stiftungsfest der Feuerwehr statt. Um 9.00 Uhr war Kirchenparade, nachmittags Konzert, "abends um 6.00 Uhr war Ball im Glöcknerschen Tanzsaale". Aus der Gemeindekasse wurden für das Fest 20 Mark ausbezahlt, das übrige wurde durch Beiträge der Mitglieder gedeckt. Der Überschuß von 4,20 Mark konnte der Feuerwehrkasse zugeführt werden.
Dem Wunsche des Bezirksamtes, zur besseren Wasserversorgung der Gemeinde endlich eine Wasserleitung zu bauen, wurde in den 20er Jahren mit dem Hinweis begegnet, daß durch 40 - 50 Brunnen im Dorfe genügend Wasser vorhanden sei. Gleichzeitig wurde aber mehrmals der Feuerwehr die beantragte Kraftfahrspritze wegen Wassermangels abgelehnt. So war das damals. Immerhin konnten 1921 die Feuerwehrpferde durch Beitritt bei der staatlichen Pferdeversicherungsanstalt versichert werden.

Am 27. Juli 1923 feierte die hießige freiwillige Feuerwehr ihr 50 jähriges Bestehen. Um 8.00 Uhr versammelten sich sämtliche Mitglieder bei der Geißlerschen Wirtschaft, hierauf erfolgte die Verteilung der Ehrenzeichen für 25 und 40 jährige Dienstzeit. Um 9.00 Uhr war Festgottesdienst für die verstorbenen und gefallenen Kameraden. Nach dem Gottesdienst war Frühschoppen in der Geißlerschen Wirtschaft. Ab 12.00 Uhr wurden die auswärtigen Gäste empfangen. Um 14.30 Uhr war Festzug durch die Ortsstraßen zum Festplatz, dann Konzert. Um 19.00 Uhr war Ball in der Geißlerschen Wirtschaft.
Soweit das Protokollbuch der Feuerwehr.
Im Protokollbuch der Gemeinde ist zu diesem Jubiläum nachzulesen:
Betreff: Feier des 50jährigen Bestehens der Feuerwehr. Jedes Mitglied der freiwilligen Feuerwehr erhält aus Gemeindemitteln einen Liter Bier. Die Musik wird aus der Gemeindekasse bezahlt, alle Einnahmen fließen in diese Kasse zurück.

Am 11. Januar 1925 wurden zu Ehrenmitgliedern der Hambach Feuerwehr ernannt:
Marzellus Müller für 50jährige Dienstzeit
Georg Ort für 45jährige Dienstzeit,
hiervon 26 Jahre als l. Kommandant
Adam Hofmann für 45jährige Dienstzeit,
hiervon 26 Jahre als 2. Kommandant
Johann Schöller für 45jährige Dienstzeit,
hiervon 25 Jahre als Steiger-Obmann
Ludwig Will für 43jährige Dienstzeit,
hiervon 25 Jahre als Spritzen-Obmann

In den Jahren 1929 - 30 konnte für die Ortswehr einiges angeschafft werden. So waren dies 60 m Schlauchlängen, komplette elektrische Feuerwehrausrüstungen für 2 Mann, Ausrüstungen (Rock, Gurt und Helm) für 4 Mann. Dazu kam noch die Anschaffung von 3 Minimax-Feuerlöschern, welche in der ersten Schule, bei Schmiedemeister Schuler und bei Bäckermeister Ziegler aufgestellt wurden.
"Von einer größeren Fröhlichkeit Abstand zu nehmen" war der Wunsch des Gemeinderates bezüglich der Begehung des 60. Stiftungsfestes der Wehr. Zum einen sei zur Zeit eine sehr ungünstige Witterung, zum anderen falle der Termin genau in die Erntezeit.
So steht demgemäß unter dem 2. Juli 1933 im Protokollbuch der Feuerwehr:

Betr. 60 jähriges Stiftungsfest mit Bezirksbesichtigung.
1. Das 60jährige Stiftungsfest wurde heute in aller Stille begangen.
2. Um 10.00 Uhr war Besichtigung durch Herrn Bezirksausschußmitglied von Eßleben. Er sprach seine Anerkennung für das tatkräftige Zusammenarbeiten der FF aus: nur das Material der Schläuche wurde beanstandet und daß etwas zuwenig Schläuche da sind. Im übrigen war alles gut in Schufl. Es erhielt jeder Mann eine Erfrischungsmarke, welche vom Gemeindekassier zu 60 Pfennige eingelöst wurde.

Soweit das Protokollbuch.

Das Dritte Reich

Feuerwehrübung im Jahre 1934Mit der Machtübernahme durch das Dritte Reich kam eine deutliche Aufwärtsbewegung innerhalb der Feuerwehr zustande. Es wurde die Feuerschutzwoche eingeführt und mit militärähnlicher Ausbildung begonnen, die Übungen in Generalapelle umgetauft.
Im September 1934 wurde eine tragbare Schiebeleiter angeschafft. Am 08.03.1936 wurde eine Robel-Motor-Spritze Type 3 in Dienst gestellt. 1937 wurde ein neues Gerät für das Schlauchtrocknen erstellt. Aus Platzmangel mußte das Spritzenhaus umgebaut werden.
Die langen Leitern und Einreißhaken waren seit altersher und auch weiterhin am Nebengebäude des Anwesens Hattel in der Hauptstraße angebracht. Bestand die Hambacher Feuerwehr 1939 noch aus einem Löschzug mit 35 Mann sowie 5 Mann in der Altersabteilung, so war sie 1940 schon auf 54 Mann angewachsen. Die Wehr wurde in Gasschutz ausgebildet.

Die Wehr im II. Weltkrieg

Übung der Frauenwehr während des zweiten WeltkriegesNachdem viele ausgebildete Wehrmänner in den Krieg eingezogen wurden, mußten 1943 zwei Frauenabteilungen aufgestellt werden. Laut Grundbuch der Feuerwehr gehörten zu ihnen
Blümm Elisa, Reck Walli,
Storch Monika, Ziegler Elsa,
Müller Margarethe, Vollmuth Babette,
Schöller Emma, Häpp Hildegard,
Schulz Maria, Drescher Emma,
Nicklaus Rosa, Geißler Agnes,
Kaiser Berta, Renninger Frieda,
Emmerling Hermine, Fischer Hedwig,
Müller Trudel, Ort Adelgunde,
Wehner Martha und Geyer Irene.
Sie wurden als Feuerwehrhelferinnen für den Feuerwehrdienst, im Luftschutz und Gasdienst sowie für das Absuchen der Flur nach Brandmitteln ausgebildet.

Die zu Hause verbliebenen Männer der Hambacher Feuerwehr hatten während der furchtbaren Luftangriffe auf Schweinfurt ihren Dienst im Bombeninferno zu verrichten. Sie kamen am 14.10.1943 erstmals zum Einsatz, wobei die Hambacher Robel-Spritze 6 1/2 Stunden ohne Unterbrechung Wasser vom Main zum Autohaus Pflaum pumpte. Die nächsten Einsätze in Schweinfurt waren am 24. und 25. Februar 1944. Dabei waren 6 Großbrände in der Hadergasse, der Wolfsgasse, am Postplatz, in der Kirchgasse, der Apostelgasse und Zehntstraße zu löschen. Es waren 18 Stunden Einsatz ohne Pause zu bewältigen. Bei minus 13 Grad waren die Schlauchleitungen ein- und die Löschmannschaft am Boden angefroren. Weitere Löscheinsätze wurden noch am 31.01., 13.04., 27.04., 19.06., 21.06. in Schweinfurt und am 04.10.1944 in Dittelbrunn durchgeführt.
Die ganze Schrecklichkeit des Krieges für unsere Heimatgemeinde war zu verspüren, als sie vom 8. bis 10. April 1945 unter Artilleriebeschuß lag, wobei mehrere Zivilpersonen und Soldaten getötet wurden. Es branden die Scheunen in den Anwesen Ankenbrand, Wehner. Kaiser, Drescher, Mattenheimer und Schenk sowie das Wohnhaus Martin nieder. Nachdem das gesamte Schlauchmaterial durch einen Granattreffer unbrauchbar wurde, konnte die Motorspritze nicht eingesetzt werden. Der Blutzoll, den die Hambacher Feuerwehr in den sechs Kriegsjahren zu bezahlen hatte, war sehr hoch.

Als Gefallene waren zu beklagen: Böhm Georg, Dusel Ewald, Hattel Rudolf, Haupt Alois, Kaiser Franz, Markert Leo, Mauder Kaspar, Müller Heinrich, Ort Oswald, Rückert Emil. Warmuth Adalbert, Will Urban. Als vermißt galten Glöckner Adolf , Häpp Vitus und Reck Alois.
Hier sollte noch erwähnt werden, daß in den härtesten Jahren, welche die Hambach Wehr in ihrer 110jährigen Geschichte zu bewältigen hatte, Canisius Seufert das schwere Amt eines 1. Kommandanten begleitete. Für seinen selbstlosen und gefahrvollen Einsatz, insbesondere bei den Luftangriffen in Schweinfurt, sind wir ihm über diese schrecklichen Jahre hinaus noch heute Dank schuldig.

Ein neuer Anfang

Die schweren Schäden an vielen Gebäuden des Ortes, darunter war auch die Kirche, konnten langsam beseitigt werden.
Am 02.04.47 wurde ins Protokollbuch des Gemeinderates folgendes geschrieben:

Der Feuerweiher wurde durch Artillerie-Beschuß im April 1945 stark beschädigt. Außerdem hat der Winter durch den starken Frost das Mauerwerk vollständig zerrissen. Der an und für sich geringe Wasserstand wird dadurch noch erheblich vermindert. Bei einem eventuellen Brandausbruch würde sich das sehr nachteilig auswirken. Außerdem müßte der ganze Platz abgesperrt werden, da dies für die Kinder sowie das zur Tränke führende Vieh lebensgefährlich ist. Die Gemeindeverwaltung hat dies bereits im Jahre 1946 dem Landratsamt Schweinfurt mitgeteilt und kann deshalb eine längere Verantwortung nicht mehr übernehmen. Der Feuerweiher muß deshalb unter allen Umständen sobald als möglich in Ordnung gebracht werden. Zu diesem Bauvorhaben werden ungefähr 60 - 70 Zentner Zement benötigt.

Der Dienst an und für die Gemeinschaft beflügelte die jungen Männer. Im Jahre 1950 konnten 37 Neueintritte verzeichnet werden, so daß im Jahre 1952 der Mitgliederstand auf 80 Männer angestiegen war. Der Geselligkeit dienten die jährlich stattfindenden Feuerwehrbälle.

Am 10.01.53 gab nach 21 Jahren verdienstvollem Wirkens für die Feuerwehr Canisius Seufert das Kommandantenamt ab. Bürgermeister Glöckner sprach seinen Dank im Auftrage der Gemeinde aus.
Als neuer Kommandant wurde Alfred Walter gewählt. Für 25jährige Wehrzugehörigkeit wurden geehrt: Seufert Canisius. Ott Alois, Ort Alfons, Schulz Gottfried, Ort Gregor, Warmuth Fridolin und Eck Alfons.

Im Juli 1953 wurde in bescheidenem Maße das 80. Stiftungsfest begangen. Der Tag begann mit Kirchenparade, Festgottesdienst, Gefallenenehrung am Kriegerdenkmal und Frühschoppen. Nachmittags war Schauübung und Gartenkonzert bei Florian Müller. Der Festball wurde im Saale Geißler veranstaltet.
Durch Kreisbrandinspektor Weiß wurden in der Generalversammlung am 6. Januar 1958 nachfolgende Personen für 25 jährige Wehrzugehörigkeit geehrt: Eck Albin, Markert Adolf, Muck Adam, Schleyer Josef, Treutlein Alfred, Pfister Adolf und Warmuth Paul.
Übung der Feuerwehr in den 50er Jahren in der OrtsmitteMitte der 50 er Jahre wurden von der Gemeinde ca. 4 000,- DM für verschiedene Beschaffungsmaßnahmen der Feuerwehr ausgegeben. Die Inbetriebnahme einer zentralen Wasserversorgung im Jahre 1958 hat den Feuerschutz in der Gemeinde wesentlich erhöht.
Nach 10 Jahren erfolgreicher Tätigkeit gab Alfred Walter den Posten des l. Kommandanten im Februar 1963 ab. Sein Nachfolger wurde Josef Blümm. Im Jahre 1964 wurden große Investitionen für das Feuerlöschwesen getätigt. So konnten neben den schon lange benötigten Geräteraum eine neue Motorspritze mit Anhänger sowie Bekleidung und verschiedene Ausrüstungsgegenstände mit einem Kostenaufwand von mehr als 32 000,- DM angeschafft werden.
1966 wurde eine neue fahrbare Leiter gekauft. Mitte der 60 er Jahre unterzogen sich erstmals zwei Löschgruppen einer Prüfung und erwarben das Leistungsabzeichen in Bronze.
Dachstuhlbrand am Gasthaus Geißler 22.9.1965
Brände zu bekämpfen hatte die Feuerwehr am 22.09.1965 am Gasthaus Geißler, am 06.02.1967 am Anwesen Martin Alois und bei einem Großbrand am 19.08.1967 in Pfersdorf. Dazu kamen noch Einsätze bei einem Waldbrand im Lauerbachgebiet und bei einem Hochwasser.

1968 haben weitere 15 Männer das Leistungsabzeichen in Bronze erworben. Erworben wurde auch von einem Schweinfurter Industriebetrieb ein LF 25. Dieses wurde liebevoll "Liesl" getauft.

Das Hundertjährige Jubiläum warf seine Schatten voraus. Auf Bitten des Kreibrandinspektors wurde das Fest ein Jahr vorverlegt, weil - wie er ausführte -1973 mehr 100jährige Feuerwehrjubiläen anstanden, als Sonntage vorhanden waren.
Das Fest begann am 1. Juli 1972 um 20.00 Uhr mit einem Ehrenabend im Zelt. Der Schirmherr, Landrat Dr. Burghard beglückwünschte die Freiwillige Feuerwehr zum 100jährigen Bestehen und stellte ihr ein gutes Zeugnis aus. Sie sei immer einsatzfreudig und hilfsbereit. An die Jugend richtete er den Appell, sich der Feuerwehr zur Verfügung zu stellen. Anschließend zeichnete er folgende 18 Männer mit dem Ehrenzeichen in Gold aus:
Gottfried Schulz, Canisius Seufert, Paul Warmuth, Fridolin Warmuth, Adolf Markert, Heinrich Schulz, Gottfried Nicklaus, Kaspar Vollmuth, Georg Storch, Anton Kaiser, Isidor Kaiser, Ferdinand Niklaus, Gregor Ort, Alfons Pfister, Alfons Eck, Alois Ott und Albin Eck. Mit dem Ehrenzeichen in Silber wurden ausgezeichnet: Alfred Mattenheimer, Ludwig Schulz, Hugo Hergenröther, Richard Wittek, Ludwig Röder, Alfons Wächter, Edelbert Vollmuth, Josef Buhlheller, Erhard Weigand, Otto Renninger, Pius Warmuth, Georg Gerlach, Stefan Geyer, Ewald Kostner, Gregor Müller, Josef Blümm, Hermann Storch, Richard Schmitt und Max Sobel.
Altbürgermeister Schulz und Ehrenkommandant Canisius Seufert wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Den Unterhaltungsteil des Abends bestritten die Hambacher Heimatkapelle und die Volkstanzgruppe aus Bad Neustadt.
Der Sonntag wurde mit Festgottesdienst, Totenehrung und Frühschoppen begonnen. Zum Festzug am Nachmittag hatten sich 43 Gastfeuerwehren aus der näheren und weiteren Umgebung eingefunden. Die Hambacher Vereine gaben sich große Mühe, ein aufgelockertes, buntes Bild in den Festzug durch das festlich geschmückte Dorf zu bringen. Der Sonntagabend und der Montag brachten nochmals Stunden der Geselligkeit im Festzelt. Zum 100jährigen Stiftungsfest kam dem denkwürdigen Tag entsprechend auch eine Festschrift heraus.

Am 10.03.1973 stellte nach 10 jähriger verdienstvoller Tätigkeit der 1. Kommandant Josef Blümm sein Amt zur Verfügung. Zu seinem Nachfolger wurde Arthur Markert gewählt.
Das Jahr 1974 brachte der Hambacher Wehr 3 Katastropheneinsätze wegen Hochwasser.
Es wurde auch von 9 Männern das Silberne Leistungsabzeichen erworben.
1976 wurde die Vorstufe "Gold" geschafft. Die Jugendgruppe erreichte sogar das Leistungsabzeichen in Gold.

Nachdem das Löschfahrzeug LF 25 veraltet war, wurde die Anschaffung eines neuen notwendig. Im Juni 1977 konnte ein LF 8, verbunden mit einem würdigen Rahmenprogramm der Öffentlichkeit, vorgestellt werden. Unter dem Leitgedanken, daß auch der Feuerwehrmann sein Tun in den Dienst Gottes stellen solle, fand ein Festgottesdienst auf dem Waldfestplatz mit anschließender Weihe durch Pfarrer Kächelein statt. Kreisbrandrat Otto Ankenbrand konnte anschließend Alois Martin für 25 jährige Zugehörigkeit zur Wehr auszeichnen. Die Schauübung mit Einsatz einer Hydroschere und das Löschen eines brennenden Autos mit Mehrbereichsschaum brachte viele Schaulustige zum Festplatz, wo zur Unterhaltung die Hambacher Heimatkapelle aufspielte.

Brand im Anwesen Häpp Juli 1980Die technische Ausrüstung sowie der Ausbildungsstand der Wehr wurden ständig verbessert. Funkgeräte im Wert von 9.000,- DM sowie 4 Handsprechfunkgeräte konnten beschafft werden. An der Feuerwehrschule in Würzburg sind mehrere Feuerwehrleute als schwere Atemschutzträger ausgebildet worden.
In der Generalversammlung am 15.01.1978 übernahm Dieter Flederer das Amt des 1. Kommandanten. Geehrt wurde Rudolf Niklaus für 25 jährigen Feuerwehrdienst.
Durch Eigeninitiative der Wehrmänner konnte im Juli 1981 ein Mercedes Benz 608D als Mehrzweckfahrzeug in Dienst gestellt werden. Nach der Segnung durch Pfarrer Heininger fand unter Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Kreisbrandinspektion im Pfarrheim ein kleiner Festakt statt.
Grund zum Feiern hatte man noch einmal, als im Oktober 1982 für die Großgemeinde Dittelbrunn der Freiwilligen Feuerwehr Hambach als dem zentralen Ort in der Gemeinde ein TLF 16 übergeben wurde, nachdem das LF 8 günstig verkauft werden konnte. Die Gemeinde mußte ohne Zubehör rund 190 000,- DM aufwenden. Unter Anwesenheit des Landrates Karl Beck, zahlreicher Abordnungen von Nachbarwehren und der Hambacher Wehr traf man sich im Saale Geißler, um den großen Tag für die Feuerwehr entsprechend zu begehen.

Die Männer der Wehr arbeiten stetig weiter. So wurden in jüngster Zeit wieder viele Leistungsabzeichen erworben. Dies waren im einzelnen 10 x Bronze, 8 x Silber, 6 x Vorstufe Gold, 5 x Gold und 7 x Gold in Grün.

Übung mit schwerem AtemschutzEs wurden Atemschutzlehrgänge und Kurse in Erster Hilfe sowie Lehrgänge für Gruppenführer in Würzburg besucht. Der gesunde Geist, der zur Zeit in der Freiwilligen Feuerwehr herrscht, drückt sich nicht nur in einer leistungsfähigen Truppe aus, sondern auch in den vielen geselligen Veranstaltungen, die seit Jahren zu verzeichnen sind.


Hätte die Wehr zum 110 jährigen Stiftungsfest auch noch das schon lange benötigte Feuerwehr-Gerätehaus, wäre die Freude vollkommen.

Keines der vier Elemente hat die Phantasie des Menschen so beansprucht, hat ihre Ängste, ihre Triebe und ihren Glauben so zwingend bestimmt, wie das Feuer. Beherrschend blieb über alle Zeiten hinweg die Angst, diese Urfurcht vor dem alles Verzehrenden, vor diesen wabernden Flammen, die Besitz und Gut hinwegnehmen und dem Wind anvertrauen.

Dieser Zerstörungskraft versuchten die Menschen zu entgegnen. Der Selbsterhaltungstrieb zwang sie dazu; er zwang sie aber auch in diesem Falle zur Gemeinschaft. Nur zusammen konnten sie sich vor dem Wüten dieser schrecklichen Gewalt schützen und damit eigentlich beginnt die Geschichte der Feuerwehr dieses Sozialdienstes besonderer klassischer Art.

Karl-Heinz Hennig Kreisheimatpfleger

Die Feuerwehr kann auch Feste feiern