Das neue Feuerwehrgerätehaus

von der Planung bis zur Fertigstellung und Übergabe 1987

Vorwort

In einer Zeit, in der immer weniger Menschen bereit sind ein Ehrenamt zu übernehmen, können sich die Feuerwehren der Großgemeinde glücklich schätzen, dass noch kein Engpass an „freiwilligen“ Helfern besteht. Dies ist unter anderem auch mit ein Verdienst der Gemeindeverwaltung mit ihrem Bürgermeister, den Damen und Herren des Gemeinderates.

Schon immer haben sie dafür gesorgt, dass ihre Feuerwehren gut ausgerüstet waren. Nur in einem war man etwas zurückgefallen und zwar in der Qualität der Gerätehäuser. Während in anderen Gemeinden und Städten die Gerätehäuser wie Pilze aus dem Boden schossen, mussten sich die Feuerwehren der Großgemeinde mit ihren alten Häusern „ver- begnügen“. Doch die Aufgaben wurden mehr und vielfältiger, die Fahrzeuge immer größer und somit die Fahrzeughallen immer kleiner. Diesen Missstand erkannte man schließlich im Rathaus und sah ein, dass hier etwas getan werden musste. Kontinuierlich wurden in den einzelne Ortsteilen die Gerätehäuser neu bzw. umgebaut.

Allen, die viel Energie, Engagement und guten Willen in diese Projekte investierten, vor allem den Mitgliedern des damaligen Gemeinderates mit dem 1. Bürgermeister Herrn Oswald Markert, dem damaligen Kämmerer Herrn Michael Herterich und dem geschäftsleitenden Beamten Herrn Gerd Raspl nochmals vielen Dank.

Der Gemeinderat hat mit diesen Entscheidungen nicht nur Offenheit und Mut bewiesen, sondern darüber hinaus einen erheblichen Beitrag zur Förderung der Sicherheit geleistet.

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In der Vorgeschichte ist allerdings von einer zähen und schwierigen Zeit zu berichten. Kommandant Dieter Flederer schrieb am 15. November 1978 einen Brief an das Landratsamt Schweinfurt –als Fachaufsichtsbehörde- in dem er die Unzulänglichkeiten der Unterbringung anprangerte. Diese Tatsache wurde wiederholt sowohl mündlich als auch schriftlich der zuständigen Kreisbrandinspektion einschließlich dem Kreisbrandrat vorgetragen. Leider musste festgestellt werden, dass diese seit 1969 bestehende Situation nicht verändert wurde. Notlösungen unter dem Kriterium der finanziellen Belastungen der Einheitsgemeinde Dittelbrunn konnte von den Führungskräften der Wehr nicht hingenommen werden, da die Gemeinde nach der Gemeindeordnung (GO) und dem Feuerlöschgesetz (FlöG) gesetzlich verpflichtet ist, für den ausreichenden Feuerschutz die erforderlichen Mittel bereitzustellen.

Am 20. November 1978 ging ein weiteres Schreiben vom Kommandanten Dieter Flederer und seinem Stellvertreter Paul Warmuth unterzeichnet an den Herrn 1. Bürgermeister Markert und an die Damen und Herren des Gemeinderates, Am Schleifweg 1 in 8721 Dittelbrunn mit folgendem Inhalt:

Betreff: Feuerwehrgerätehaus –Neubau in Hambach

I. Sachverhalt

Die Freiwillige Feuerwehr Hambach hat mit Schreiben vom 16. Juli 1976 einen Antrag für den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses gestellt. Am 7. Juni 1977 wurde einstimmig vom Gemeinderat der Beschluss über den Bau eines Feuerwehrgerätehauses in Hambach gefasst. Mit Schreiben vom 7. April 1978 teilte die damalige Gemeinde Hambach mit, unterzeichnet vom 1. Bürgermeister Gerald Müller, dass sie die Planung des Gerätehauses an den Herrn Kurt Richter, Hambach, vergab. Zu diesem Zweck wurde das Grundstück Fl. Nr. 305 des Herrn Alois Eck vermessen und mit Tauschvertrag vom 29.5.1978 durch Herrn Dr. Klaus Schmidt, Notar in Schweinfurt, beglaubigt. Die Eintragung in das Grundbuchamt erfolgte mit dem Vertragsinhalt, dass die Gemeinde Dittelbrunn auf dem Grundstück Flur Nr. 305/50 der Gemarkung Hambach beabsichtige, ein Feuerwehrgerätehaus zu errichten. In diesen Zusammenhang wurden die Gemeinden Dittelbrunn, Holzhausen und Pfändhausen mit Schreiben vom 22.3.1978 gebeten, die Angelegenheit zu behandeln und dem geplanten Bauvorhaben zuzustimmen. Die Gemeinde Dittelbrunn hat in der Sitzung vom 17.4.1978 dem Bauvorhaben nicht zugestimmt. Von den anderen Gemeinden ist das Abstimmungsergebnis nicht bekannt. Im Haushaltsplan der damaligen Gemeinde Hambach waren für das Haushaltsjahr 1978, für den Bau des Gerätehauses 141.000,-- DM vorgesehen. Im Finanzierungsplan für das Jahr 1979 450.000,-- DM veranschlagt (Siehe beiliegende Ablichtung).

II. Neuantrag

Die Führungskräfte der Feuerwehr des Ortsteiles Hambach weisen erneut auf die dringende Notwendigkeit eines Feuerwehrgerätehauses hin und beantragen deshalb, dass der Gemeinderat der Einheitsgemeinde Dittelbrunn vorrangig die entsprechenden Beschlüsse und Genehmigungsverfahren einleitet, sowie die notwendigen Haushaltsmittel für das Jahr 1979 bzw. Rücklagen bildet. (Siehe MABL. 40/1970).

Begründung:

Die Freiwillige Feuerwehr Hambach ist in einem Geräteraum und einer anschließenden PKW Garage im früheren Lehrerwohnhaus, Hauptstraße, untergebracht. Weitere Geräte stehen in einer Garage des Gemeindehofes am Friedhof. Zehn Feuerwehrleute haben aus Platzmangel ihre gesamte Ausrüstung wie z.B. Helm, Schutzanzug, Handschuh, Hakengurt, Sicherheitsschuhe u.s.w. zu Hause. Weitere persönliche Ausrüstungsgegenstände für 15 Jungfeuerwehrmänner stehen an (Siehe Bedarfsanforderung f.d.Haushalt 1979 vom 15.11.78).

Bereits im Jahre 1969 hat das Landesamt für Brand u. Katastrophenschutz -Technischer Prüfdienst- Würzburg festgestellt, dass die Unterkunft für die damals schon vorhandenen Geräte zu klein sei. Am 22.6.1977 wurden von der gleichen Dienststelle weitere Mängel fest gehalten wie z.B.: Unterkunft: Ausfahrt eng „Unfallgefahr“ –TSA,AL 12 sind im Gemeindebauhof untergebracht an 2 verschieden Stellen „erhöhte Anfahrtzeiten“.

Die Unterbringung der Geräte und der Ausrüstung an verschieden Stellen, das Fehlen entsprechender sanitärer Anlagen einschließlich Waschräume und keinen entsprechenden Unterrichtsraum sind mit ausschlaggebend, weshalb wir an die Gemeinde Dittelbrunn erneut herantreten.

Nach § 4 AVO Abs. 2 b) zu Art. 4 FlöG ist es Aufgabe des Feuerwehrkommandanten, die Aufsicht über die Instandhaltung der Löschgeräte, des Gerätehauses, der Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenstände zu führen. Unter den derzeit gegebenen Bedingungen lehnen wir jegliche Verantwortung ab und bitten die Damen und Herren des Gemeinderates Dittelbrunn einschließlich des Herrn 1. Bürgermeisters über den Neuantrag eine positive Entscheidung mit schriftlicher Rückäußerung zu treffen.

Nicht nur die geografische Lage Hambachs lässt es zu, ein zukunftsorientiertes Projekt dieser Größenordnung (Siehe beiliegende Vorplanung des Architekten K. Richter) mit langfristigem Charakter zu erstellen. Kleinere Lösungen, Improvisationen, ungenügende Voraussetzungen haben mit Verantwortungsbewusstsein und Vorsorge nichts gemeinsam.

Vom Alltagsverständnis her liegt es nahe, in der Forderung der Hambacher Feuerwehr den Aspekt der zu hohen Prinzipien zu sehen. Der Stellenwert dieser Prinzipien wird sich –global gesehen- im Ernstfall als eine entscheidende vorbeugende Rolle darstellen. Das Erkennen und die richtige Einschätzung des feuerwehrtechnischen Umfeldes, die aktive Teilnahme an Bildungsmaßnahmen trägt der Zielsetzung „In Not geratene Menschen zu helfen“ bei und fördert das Vertrauen gegenüber der Bevölkerung unserer Einheitsgemeinde.

Verzögerungs-, Hinhalte- und „Salami-„ taktiken tragen zur Problemlösung und der baldigen Realisierung nicht bei. Wir appelieren deshalb an alle Damen und Herren des Gemeinderates, den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses sachlich zu beleuchten und abzuwägen. Sie werden sicherlich zu der Erkenntnis kommen, dass diese Notwendigkeit der hohen Investition langfristig gesehen, einen echten Vorteil für die Sicherheit der Bürger und den aktiven Feuerwehrleuten bietet.

Mit freundlichen Grüßen

D.Flederer, 1. Kommandant P. Warmuth, 2. Kommandant.

Nachdem weitere Vorentwürfe und Pläne wie zum Beispiel für das Anwesen „Wächter“ in der Hauptstraße nicht verwirklicht werden konnten, erhielt das Architekturbüro BDA Otto Pohl (Dittelbrunn) den Auftrag, für den zwischenzeitlich von der Gemeinde Dittelbrunn gekauften „Geißler Garten“ einen neuen Plan zu fertigen und die Projektierung umzusetzen.

Eckdaten 

Bauherr: Gemeinde Dittelbrunn

Architektur und Bauleitung: Architekturbüro Pohl, Dittelbrunn

Größe Gesamtnutzfläche: ca. 3775 m²

Nutzfläche Feuerwehrgerätehaus: ca. 720 m²

Raum für Gemeindebelange: ca. 54 m²

Raumprogramm

Erdgeschoss: Fahrzeughalle, Werkstatt, Waschraum/Dusche, Schlauchpflege, Schlauchwaschanlage, Atemschutzpflege, Lager, Technik/WC, Heizung

Obergeschoss: Schulungsraum, Teeküche, Kommandantenbüro, Galerie, Lehrmittel, Stuhllager/WC

Kosten (Grundstück vorhanden) ca. 1,7 Mio DM

Bauablauf

März 1985 Planung

April 1985 Planeingabe

Juli 1985 Genehmigung durch Regierung v. Ufr. Wrzbg

September 1985 Spatenstich

Juni 1986 Richtfest

Juli 1987 Einweihung

In einer knapp zweijährigen Bauzeit wurde in Hambach ein ebenso zweckmäßiger wie schmucker Bau geschaffen, der den Anforderungen der Wehrmänner eine geeignete „Basisstation“ zu erhalten gerecht wurde.

Der Architekt richtete seine Planung für das Vorhaben in Absprache mit der Hambacher Feuerwehrführung, nach den neuesten Richtlinien des Brand- und Katastrophenschutzes aus.

Die Zusammenarbeit mit dem Architekten war interessant, weil die Gedanken des Entwurfes immer wieder überdacht und umgesetzt werden musste, um eine funktionstüchtige Anlage entstehen zu lassen. Das extrem schmale Grundstück schrieb eine gestreckte Grundform des Feuerwehrgebäudes einschließlich dem Raum für Gemeindebelange bereits vor. Dem fallenden Gelände entsprechend fielen die Raumhöhen aus.

Die Anlage beinhaltet im Erdgeschoss eine große Fahrzeughalle, Platz für die Ausrüstungsgegenstände von etwa 80 aktiven Wehrmänner.

In der Halle finden ein Tanklöschfahrzeug (TLF 16), ein Mehrzweckfahrzeug (jetzt der neue Rüstwagen/RW1), ein Tragkraftspritzenanhänger (TSA) und eine Drehleiter (AL 12) mit zwölf Meter Ausladung Platz. Drei moderne Falttore ermöglichen eine reibungslose Ein- und Ausfahrt.

An den Fahrzeugraum schließen sich feuerspezifische Räume an. Dazu zählen ein Schlauchtrockenturm, Waschanlage / 20 m Länge, Atemschutzraum, Werkstätte, Waschraum und sanitäre Anlagen, Möglichkeiten

zur Schlauchpflege, Heizung und Öltankraum, sowie ein Mannschaftsraum für gesellige Anlässe, das so genannte „Floriansstübchen“.

Im Obergeschoss befindet sich der Schulungsraum mit ca. 100 Sitzplätzen, der einen bequemen Zugang zur Teeküche, Stuhllager und Kommandantenzimmer ermöglicht. Die Galerie bietet weitere 30 Sitzplätze und gibt einen imposanten Blick in den Schulungsraum.

Das vorgezogene Dach bot an, den Fluchtweg nach außen zu verlagern. Gleichzeitig wird diese Konstruktion zu Übungszwecken verwendet, wie z.B. „Übersteigen mit tragbaren Leitern“.

KRITIKER bezeichneten das gelungene Gerätehaus als „J a p a n i s c h e s T e e h a u s“ und SPÖTTER nannten den Fluchtweg sogar „B a l k o n“ zum ausruhen.

Am Treppenvorplatz liegen sanitäre Anlagen. Für die gemeindlichen Belange dient der kleine Anbau, der vom Musikverein Hambach genutzt wird.

Der Übungsplatz, dem Feuerwehrgebäude vorgelagert, ist mit verschiedenen Hydrantentypen und einem

Waschplatz ausgestattet. Er kann zugleich als Festplatz genutzt werden, für eine freundliche Atmosphäre sorgt der bestehende Baumbestand. Ebenfalls vorgelagert ist ein Mülltonnen- und Benzinlager.

Das Gebäude wurde in Massivbauweise, das Dach in einer raumbildenden Holzkonstruktion errichtet. Bei der Fassade wurde auf die Verwendung eines hellen Putzes, teilweise in Fichtenschalung, geachtet. Naturrote Tonpfannen decken das Dach ein, die Wände wurden großteils in Sichtmauerwerk gestaltet. Die verschiedenen Materialien bestimmen den Ausdruck des Gebäudes: Beton, Holz, Betonsteinmauerwerk. Jeder dieser Materialien sollte so eingesetzt werden, dass es seinen typischen, immanenten Charakter behält.. Beton als tragender Baustoff blieb deshalb unverkleidet und weiter Holz blieb Holz, wurde lediglich mit hellen Farbpigmenten behandelt. Das Betonsteinwerk wurde in hell und dunkelgrauen Streifen vermauert und bildet zusammen mit dem grauen Beton eine harmonische Einheit.

Den ersten Spatenstich für der Bau vollzog 1. Bürgermeister Oswald Markert am Montag den 16. September 1985. Markert wünschte, dass das neue Haus auch der Kameradschaft innerhalb der Wehr dienen möge. In diesem Zusammenhang bedankte er sich für die guten Leistungen, die die Ortswehr schon heuer vielfach bewiesen habe. KBR Otto Ankenbrand freute sich darüber, „dass nach langer Zeit sein Wunsch erfüllt wird“. Glücklich zeigte sich auch Ankenbrand darüber, dass der Spatenstich noch in seine Dienstzeit fällt. Es sei außerdem ein historischer Tag in der Brandschutzwoche 1985.

Kommandant Dieter Flederer meinte, dass nun der „lange und steinige Weg“ der Vorbereitungen genommen sei. Er wünschte, dass das Haus die Visitenkarte für den Ort und für die Feuerwehr werde.

Anschließend gab es einen Umtrunk im Gasthaus Geißler.

Das Richtfest am neuen Feuerwehrgerätehaus feierte die Großgemeinde am Freitag den 6. Juni 1986. Bürgermeister Oswald Markert nannte das Ereignis „nicht alltäglich“, es sei das Letzte Richtfest für ein Gerätehaus innerhalb der Großgemeinde. Die Geräte der Freiwilligen Feuerwehr Hambach sind derzeit noch an drei Stellen im Ort untergebracht. Im früheren Lehrerwohnhaus an der Hauptstraße, in der Raiffeisen-Lagerhalle am Ortsausgang in Richtung Dittelbrunn und in einer Garage unterhalb des Friedhofes.

Sein Dank galt Architekt BDA Otto Pohl (Dittelbrunn) und den Bauleuten, die bisher unfallfrei arbeiteten. Der Hambacher Wehr wünschte das Ortsoberhaupt in ihrem neuen Haus viel Freude beim Dienst am Nächsten.

In wohlgesetzten Reimen sprach Zimmerermeister Rudi Diem von der Firma Klöffel (Kleinsteinach) den Richtspruch und leerte sein Glas auf Bauherren und Bauleute. Architekt Pohl zeigte sich mit den Arbeiten zufrieden; der Zeitplan konnte eingehalten werden.

Für die Kreisbrandinspektion West übermittelte Kreisbrandinspektor Franz Böhnlein die besten Wünsche. Neben den Feuerwehrmännern aus Hambach mit Kommandant Dieter Flederer und seinem Stellvertreter Paul Warmuth an der Spitze waren KBR a.D. Otto Ankenbrand, Stadtbrandrat Erwin Boberg und Hauptbrandmeister Wilfried Karg als Vertreter der Patenwehr, Kreisbrandmeister Hubert Greubel und der Gemeinderat als Gäste bei der Richtfeier.

In Hambach konnte am 12. Juli 1987 das Feuerwehrgerätehaus mit den Räumen für gemeindliche Zwecke seiner Bestimmung übergeben werden.

Begonnen haben die Festtage mit einer großen Schauübung aller vier Ortsteilwehren am Samstag 11.Juli 1987 15.30 Uhr .

Um 19.00 Uhr stand der Festkommers mit Ehrungen auf dem Programm, zu dem sich zahlreiche Ehrengäste und Feuerwehrfreunde einfanden. Die Glückwünsche des Landrates Karl Beck galten der Wehr, aber auch der Gemeinde zum gelungenen Werk. Es sei ihm deshalb eine besondere Ehre 14 Wehrmänner für ihre langjährige Dienstzeit mit dem Ehrenkreuz der Feuerwehren auszuzeichnen. Das Ehrenkreuz in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst erhielten: Egon Hennig, Artur Markert, Martin Rau, Ernst Schöller, Paul Warmuth, Alois Eck, Alfred Karrlein, Anton Markert, Bruno Markert, Wolfgang Röder, Herbert Seufert, Klaus Schulz, und Elmar Hergenröther.

Zusammen mit Kreisbrandrat Georg Seufert überreichte Landrat Karl Beck die Urkunde und das goldene Ehrenkreuz für 40 Jahre aktiven Dienst an den Vorsitzenden Alfred Walter.

Seufert übermittelte die Glückwünsche der Wehren aus dem Landkreis. Für die Hambacher Wehr ergebe sich die Verpflichtung das repräsentative Haus zu pflegen und mit Leben zu füllen.

Brandoberamtsrat Erwin Boberg eröffnete die Reihe der Gratulanten für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Schweinfurt und überreichte die Ehrengusstafel. Kommandant Dieter Flederer wurde mit der silbernen Ehrennadel der Stadtwehr ausgezeichnet. Kreisbrandmeister Bambach (Fladungen), der Wehr seit Jahren freundschaftlich verbunden, übergab ebenfalls den Wappenteller der Stadt Fladungen. Für die Ortswehren gratulierten Kommandant Reinhold Achatz (Dittelbrunn), Dieter Schindelmann (Pfändhausen), Hubert Lutz (Holzhausen); Bezirksrat Peter Heusinger und MdL Werner Hollwich sprachen ebenfalls Grußworte.

Christel Scholz als „Mutter der Wehr“ vorgestellt, überreichte einen Scheck mit einem größeren Geldbetrag an Alfred Walter.

Der Festtag gab auch den richtigen Rahmen, um langjährige und verdiente Mitglieder auszuzeichnen. 50 Jahre bei der Wehr sind: Albin Eck, Oskar Fischer, Anton Geißler, Georg Müller, Alois Sauer, Ambros Schulz und Alfred Treutlein. Für 40 Jahre wurden ausgezeichnet: Josef Blüm, Engelbert Drescher, Josef Drescher, Otto Dusel, Gottfried Häpp, Kurt Hillner, Theo Niklaus, Willi Niklaus, August Nordhardt, Josef Ort, Walter Rosinsky, Georg Schneidmadl, Alfred Walter und Erhard Weigand. Für 30 Jahre bei der Wehr sind: Franz Wildanger, Walter Schulz, Emil Berninger, Paul Geier, Stefan Geyer, Albert Mauder, Siegbert Schöller und Ludwig Zänglein.

Für 25 jährige Mitgliedschaft erhielten die silberne Vereinsnadel die bereits mit dem Ehrenkreuz ausgezeichneten Wehrmänner.

Nach der Kirchenparade, dem Festgottesdienst und der Totenehrung am Sonntag begann die Zeremonie der Segnung und Übergabe des Gerätehauses. Bürgermeister Oswald Markert stellte die Bedeutung des Tages für die Hambacher Wehr heraus. Nach Jahrzehnten haben sie erstmals ein eigenes Haus, das für rund 1,7 Mio.DM erstellt wurde. Bei einem Zuschuss von 400.000,-- DM sei für den Gemeinderat ein nicht leichter Weg, die Finanzierung zu sichern. Die Feuerwehr Hambach habe diesen Tag seit Jahrzehnten herbeigesehnt. Die Zeiten, da Geräte in Scheunen, Garagen untergebracht waren, gehören nun der Vergangenheit an. Das lange Warten habe sich gelohnt. Die Gemeinde sei stolz, dass neben Dittelbrunn in der Großgemeinde nun ein weiteres modernes Gerätehaus übergeben werden könne. Sein Lob galt den Wehrmännern und Kommandanten, die trotz der erschwerten Bedingungen ihren Dienst mit Pflichtbewusstsein und Opferbereitschaft erfüllt haben. Seine Anerkennung galt ferner Architekt BDA Pohl (Dittelbrunn). Auch dem Gemeinderat, Landrat Karl Beck,, dem Kreisbaumeister Herrn Sauer, dem Freistaat Bayern und Abgeordneten dankte das Oberhaupt für die Unterstützung und Zuschussgewährung.

Mit der Schlüsselübergabe an den Kommandanten Dieter Flederer verband Bürgermeister Markert den Wunsch, dass die Wehr in ihrem neuen Heim die Ausbildung und Schlagkraft findet, die heute notwendig sei.

In ökumenischem Geist segneten Pfarrer Johannes Hofmann und Pfarrer Petersen das Gebäude. Wenn auch St.Florian der Schutzpatron der Feuerwehr sei, so bleibe der Gekreuzigte doch Mittelpunkt aller Hilfe. Deshalb sei das Geschenk der Kirche ein Kruzifix verbunden mit dem Dank für die vielfältige Hilfe der Wehr bei kirchlichen Veranstaltungen.

Für seinen verhinderten Vater bedankte sich Herr Pohl Junior für den Auftrag der Planung und Ausführung. Außerdem gab er umfassende Erläuterungen zur Architektur des Hauses. Als Präsent überreichte Herr Pohl eine Grundsteintafel.

Landrat Karl Beck, Schirmherr der Festtage , übermittelte auch im Namen der zahlreichen Ehrengäste und Abgeordneten Grüße und Wünsche. Anwesend waren: MdB Rudolf Müller, MdL Willi Baumann, MdL Werner Hollwich, Bezirksrat Bürgermeister Peter Heusinger, KBI Franz Böhnlein, KBI Rudolf Limbach, KBI Rainer Zink, KBI Heinrich Bach (Mellrichstadt), zahlreiche Kreisbrandmeister, Ehrenkreisbrandinspektor Leo Mülller, Bauoberrat Kurt Bauer (Leiter der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg) Technischer Oberamtsrat Heinrich Rückert (Brand- und Katastrophenschutzamt - Außenstelle Würzburg), die Bürgermeister Rudolf Bochtler (Poppenhausen) und Bürgermeister Walter Bötsch (Üchtelhausen), die stellvertretenden Bürgermeister, Kreisräte, Gemeinderäte und besonders viele Gemeindebürgerinnen und -bürger.

Dieser Tag erfülle die Wehr mit Dankbarkeit und Freude und werde als besonderes Ereignis in die Geschichte der Hambacher Feuerwehr eingehen so Landrat Beck. Die Gerätehäuser seien funktionsgerecht und ein wertvolles Integrationsglied in der Großgemeinde. Das neue Gerätehaus solle in einer friedvollen Zukunft jederzeit seinen Zweck erfüllen und Ansporn zu Gemeinschaft und Kameradschaft sein. An den Kommandanten übergab der Landrat ein Geldgeschenk.

Kreisbrandrat Georg Seufert beglückwünschte die Wehr zu ihren allen Ansprüchen gerecht werdenden Gebäude. Grüße und Wünsche mit Überreichung des Würzburger Wappentellers überbrachte auch die Feuerwehr Würzburg. Zur Erinnerung an die Gerätehauseinweihung stifteten Alfred Walter und Dieter Flederer ein Fahnenband. Den Weiheakt umrahmte der Musikverein Hambach.

Um 13.00 Uhr fand der traditionelle Festzug mit vielen Gastwehren und Musikkapellen durch die geschmückten Straßen von Hambach statt. Der Festausklang begann am Montag um 18.00 Uhr mit Kesselfleischessen und der Musikkapelle „Jägerkrainer“. Das neue Gerätehaus stand an diesen Tagen allen zur Besichtigung und Information offen.

Zur Erinnerung an das Fest wurden 300 mundgeblasene Glaskrüge ausgegeben, hergestellt von der WALDGLASHÜTTE JOSKA aus Bodenmais. Diese Krüge haben die Aufschrift °Bayern °Gemeinde °Hambach° und das Wappen der Großgemeinde Dittelbrunn. Böse Zungen behaupten heute noch, dass Alfred Walter dieses Missgeschick veranlasst habe. Tatsächlich aber war es ein Fehler vom Sachbearbeiter der Herstellerfirma. Diese Panne verursachte bei vielen Festgästen ein schmunzeln. Der Kostenaufwand für die Glaskrüge betrug 2867,--DM einschließlich 14 % Mehrwertsteuer.

Außerdem gab es zur Einweihung Prägemünzen aus Zinn, Silber und Gold. Auf der einen Seite ist das neue Gerätehaus aus der Vogelperspektive abgebildet, auf der anderen Seite das Wappen der Freiwilligen Feuerwehr Hambach. Die Zinnmünze kostete 5,-- DM. Der Preis für Silber und Gold richtete sich nach den damaligen Tagespreisen, sodass der Käufer 35,-- DM oder 235,-- DM investierte.

Geliefert wurden die Münzen von der STAUFEN Edelmetall und Zinn Vertriebs GmbH aus 7081 Esslingen.

Für die gelungene Einweihung bedankte sich die Wehr mit einer Einladung aller Helfer am Sonntag den 25. Oktober 1987 zu einem zünftigen fränkischen Federweißerabend mit Rot- Weißgelegten und Pellkartoffeln.

Vor dem gemütlichen Beisammensein um 17. 00 Uhr wurde die Versiegelung der Grundsteinplatte (zwischen dem oberen Eingang zum Gerätehaus und dem Musikraum) durchgeführt. Das Einmauern eines Kupferbehälters mit Requisiten und das Einputzen führten Paul Warmuth und Günter Häpp aus.

Dieter Flederer