Hambach:

Hagenbuch. Der erste Teil des Namens Hagen kommt entweder von hagen, aldh. hagan = Buschwald, Hecke, Einzäunung oder von einer Person namens Haguno. Der zweite Teil buch (bach) = Wald. Der Name gibt also Kunde von einem eingehegten Ort im Wald oder einem Ort beim Wald des Haguno. Ein Grundherr namens Haguno erscheint als Zeuge in vielen Urkunden unseres Raumes aus dem 8. u. 9. Jahrhundert.

Die erste urkundliche Erwähnung geschieht 1264. Bischof Iring von Würzburg ertauscht vom Grafen Mangold von Wildberg dessen Besitz in Hagenbuch. 1305 kommt der Ort mit dem Amt Mainberg an die Grafen von Henneberg. 1419 erleidet Hambach durch plündernde Schweinfurter Söldner viel Not. Im Laufe der Jahrhunderte tauchen viele Adelige als Lehensträger von Hambach auf. So der Deutsche Orden, die Herren von Wenkheim, Thüngen, Otmar v. Borne, Endres v.d. Kehre und andere.

Das Dorf war in zwei Centgerichtsbezirke geteilt. Die nördliche Hälfte bis zur Kreuzgasse (heute Strohgasse) gehörte zur Cent Ebenhausen, die südliche Hälfte zur Cent Marksteinach. Nach Übernahme des Amtes Mainberg im Jahre 1542 von den Hennebergern durch Würzburg gehörte der gesamte Ort zu Mainberg.

Bauernkrieg und Dreißigjähriger Krieg trafen Hambach wie alle Dörfer Frankens. 1622 lagen hier spanische Reiter und kaiserliche Truppen in Quartier. 1641 gab es nur noch 3 besetzte Güter. Daß in dieser drangvollen Zeit mancher Bewohner sein letztes Geld vergraben hatte, wurde 1926 durch Auffinden eines kleinen Tonkruges mit 18 Münzen aus jener Zeit eindrucksvoll bestätigt. Während des französischen Krieges wurde Hambach 1796 geplündert, ebenso im französisch-preußischen Krieg 1806. 1804 wird Hambach bayrisch, 1806 toskanisch und 1814 wieder und endgültig bayrisch.

Kirchlich gehörte Hambach schon immer zur Mutterpfarrei Maibach. Für Hambach ist lt. Erbbuch des Amtes Mainberg, welches sich im Landesarchiv Meiningen befindet, schon für 1490 ein eigener Kirchhof belegt. Jüngsten Erkenntnissen zufolge wurde der Turm in der unteren Hälfte im 13. Jahrhundert errichtet. Um 1500 ist eine Kirche nachgewiesen, welche 1603 unter Julius Echter neu erbaut wurde. Der Turm wurde bei einem weiteren Neubau 1734 übernommen. 1929 ist die Kirche um 2 Fensterachsen erweitert worden. 1766 ist für Hambach die Errichtung einer Kaplanei bestätigt. 1879 verlegte man die Wohnung des Kaplans hierher.

In den Jahren 1989/90 erfuhr die Kirche eine erneute Erweiterung durch Anfügen zweier Flügel an den Längswänden. Am 01.01.1990 wurde die Kuratie Hambach zur selbständigen Pfarrei erhoben.

Das anbrechende Industriezeitalter und damit das Arbeitsplatzangebot im nahen Schweinfurt hat das einst bäuerlich-handwerklich geprägte Dorf verändert und diese Verhältnisse heute total umgekehrt. Der Sport hat hier Tradition. Mehrere international hervorgetretene Radsportler sind hier zu Hause.

Die Hambacher Volkssänger, 1932 gegründet, sind bis auf den heutigen Tag die besten Botschafter für ihr Heimatdorf, das langsam aber stetig auf 3.000 Einwohner zusteuert.

entnommen aus Infoschrift Dittelbrunn, Copyright Text: Karl-Heinz Hennig, Hambach